Die Sonnenuhr


Eine besondere Rolle am göttlichen Himmel spielte von jeher die Sonne. Von daher nimmt es nicht Wunder, daß der Sonnenschatten das vermutlich erste Artefakt des Menschen war, mit dessen Hilfe sie das Phänomen Zeit zu erforschen begannen. Der Sonnenschatten in Form von Körper- oder Gebäude-, später dann von Obelisken- oder Stabschatten wurde im Laufe der Zeit mit wachsendem Interesse beobachtet und systematisiert. Eine der ersten Maßeinheiten war der "Fuß" oder "Schuh" - sie hielt sich bis ins hohe Mittelalter. In Aristophanes Komödie "Die Frauenvolksversammlung", die in das 4. Jhd. v. Chr. datiert wird, wirft eine Bäuerin ihrem Mann vor, nichts zu tun, außer seinen Schatten zu beobachten und, sobald dieser 10 Fuß betrug, sich zum Essen zu befleißigen.

Der griechische Geschichtenschreiber Herodot schrieb die Erfindung der Sonnenuhr den Babyloniern zu. Heute sind wir uns nicht mehr sicher, ob diese Erfindung zeitlich und räumlich eindeutig bestimmbar ist. Wir wissen aber sehr viel über die Sonnenuhren der Ägypter, so zum Beispiel über "die Nadel der Kleopatra", eine von zwei Kalendersäulen, welche ca. 1500 v. Chr. vor einem Tempel in Heliopolis - einem Zentrum der Sonnen- verehrung und Gelehrsamkeit im Nildelta - standen. Die Ägypter waren "der Zeit voraus", da sie Tag und Nacht als Teile des gleichen Phänomens begriffen. Sie entdeckten darüber hinaus den Meridian, da sie merkten, daß der Schatten eines Obelisken, wenn er am kürzesten ist, unabhängig von der Jahreszeit immer in die gleiche Richtung fällt.


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